pH - Balance

pH - Haushalt

In unserem Körper laufen ständig chemische Prozesse ab, die das Stoffwechselgeschehen und die Tätigkeit aller lebensnotwendigen Körpervorgänge bestimmen. Unser Körper besteht großteils aus Wasser, welches, gemessen an der pH-Skala, entweder sauer oder basisch ist. Innerhalb des Körpers lassen sich unterschiedliche pH-Werte finden, und damit alles reibungslos funktioniert, muss in unserem Organismus ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Säuren und Basen herrschen. Dafür gibt es gleich mehrere Regulationsmechanismen, die dieses Gleichgewicht mit höchster Präzision aufrechterhalten. Die europäische Ernährungsweise tendiert allerdings dazu, einen Überschuss an sauermachenden Lebensmitteln zu beinhalten, was sich in Form von Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Verdauungsproblemen, Launen, Gelenksbeschwerden, Gewichtszunahme u.v.m. äußern kann. Dieses Ungleichgewicht lässt sich aber schnell und einfach wieder ins Lot rücken, wenn man sauermachende Lebensmittel für einen bestimmten Zeitraum weglässt. Dabei handelt es sich nicht um eine Ernährungsumstellung, die ein Leben lang eingehalten werden muss, sondern um eine Korrektur des Säure-Basen-Haushaltes. Die Basenkuren bieten eine Möglichkeit, Gewicht zu verlieren, den Körper zu entsäuern und einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt wiederherzustellen. Die Organe werden entlastet, Stoffwechselrückstände ausgesondert und die Vitamin- und Mineralstoffspeicher aufgefüllt. Was viele Menschen freut: Diese Art des Fastens stellt kaum einen Nahrungsverzicht dar, da alles gegessen werden darf, was durch den Stoffwechsel basische Elemente produziert. Lediglich auf säurebildende Lebensmittel wird weitgehend verzichtet.
Übersäuerung:

Eine chronische Übersäuerung kann starke Auswirkungen auf unser Immunsystem haben, da sie zum Abbau von Eiweißen in unserem Körper führt. Davon sind auch eiweißhaltige Blutbestandteile (das sind Immunglobuline bzw. Antikörper), die unser Immunsystem benötigt, betroffen. Hieraus resultiert, bei chronischer Übersäuerung, ein Mangel an Antikörpern.

Eine weitere wichtige Gruppe von Eiweißkörpern, die Enzyme, wird durch eine chronische Übersäuerung ebenfalls stark beeinträchtigt. Enzyme ermöglichen und fördern chemische Stoffwechselprozesse. Alle Lebewesen sind von der reibungslosen Funktion der Enzyme elementar abhängig und nur in einem optimalen pH-Milieu kann der Auf- und Umbau dieser Eiweißkörper ungestört ablaufen. 
  
Aber nicht nur unser Immunsystem kann bei Übersäuerung betroffen sein, oft wirkt sie sich auch negativ auf das Nervensystem aus. Unser Körper stellt bei Übersäuerung vermehrt das Stresshormon Adrenalin und das Schilddrüsenhormon Thyroxin her. Die gesteigerte Ausschüttung dieser beiden Hormone bewirkt, dass man sich gehetzt, unruhig und nervös fühlt. Außerdem können sie zu Schlafstörungen führen. Die anhaltende Unruhe, schlechter Schlaf und Reizbarkeit sind auf Dauer sehr erschöpfend. Die so dringend benötigten Erholungsphasen finden nicht mehr statt, weil die hormonelle Lage dies einfach verhindert! Daraus resultieren Abgeschlagenheit, schnelles Ermüden, Leistungs- und Konzentrationseinbußen, Stimmungstrübung bis hin zu Zivilisationskrankheiten wie Depressionen (welchen jedoch durch eine basische Ernährung vorgebeugt werden kann). Das alles führt zu Stress, der für den Körper zusätzlich eine enorme Belastung darstellt und außerdem dazu beiträgt, dass noch mehr Säuren im Organismus hergestellt werden.

Bei einer Säure-Basen-Balance fühlen wir uns hingegen entspannter, ausgeglichener, die Laune steigt spürbar an und der Schlaf ist erholsamer!
pH-Balance

Die Ernährung
Lebensmittel werden in Säure- und Basenbildner aufgeteilt, je nachdem, ob ein basisches oder ein saures Endprodukt nach der Verarbeitung im Körper anfällt. Mineralstoffe und Spurenelemente wirken in diesem Sinne basisch, während Eiweiße und Kohlenhydrate die Säurebildung verstärken. Tierisches Eiweiß führt im Magen zu noch stärkerer Salzsäureausschüttung als pflanzliches.
Generell kann man sagen, dass auf unserem Speisezettel heute zu viele säurebildende Kohlenhydrate und Eiweiße, und zu wenige basenbildende Gemüse- und Obstsorten stehen. Die täglich verzehrte Menge an Zucker, Weißmehl und Fleisch steht meist im Missverhältnis zu der Menge an Gemüse und Obst. Neben der Eiweiß- und Kohlenhydrat-Überernährung tragen Genussmittel wie Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee (wenn er kürzer als 4 Minuten gezogen hat), Nikotin und koffeinhaltige Limonaden noch zusätzlich zur chronischen Übersäuerung bei.
Aus evolutionshistorischer Sicht ist unsere Verdauung nicht darauf ausgelegt so viele säurebildende Lebensmittel aufzunehmen, da sich der Mensch, bis zu einem gewissen Zeitpunkt, überwiegend von basischen Lebensmitteln ernährt hat. Unsere Vorfahren hatten weder Fleisch und Käse, noch Zucker und Fette in Hülle und Fülle zur Verfügung. Sie gingen zwar auf die Jagd, um das notwendige Eiweiß zu bekommen, nahmen jedoch überwiegend basenreiche Samen, Nüsse und Pflanzen zu sich. Gerade diese Zutaten essen die meisten von uns heute leider viel zu wenig.
Die Getränke
Die empfohlene tägliche Mindestmenge von 1,5-2 Litern Wasser, die für ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis notwendig ist, wird von den meisten Menschen massiv unterschritten, sodass die Niere gar nicht in der Lage ist, die erforderlichen Mengen an Schlackenstoffen auszuschwemmen. Außerdem werden anstelle des basenbildenden oder basenenthaltenden Mineralwassers (ohne Kohlensäure) Kaffee, hochkonzentrierte und mit Zuckerzusätzen versehene Obstsäfte, Alkohol oder Limonaden getrunken, die den Körper übersäuern.
Vor allem dem Alkohol wird eine tragende Rolle zugeschrieben, weil er den Körper in mehrfacher Hinsicht beeinflusst:
  • Er schädigt die Leber direkt, indem er die Zellen zerstört. Er schädigt die Leber zudem indirekt, indem die Zellen zunächst verfetten und dann absterben.
  • Er wirkt säuernd. Die Säureflut lässt ein für die Leber ungünstig saures pH-Milieu entstehen.
  • Er entwässert den Körper. Mit dem Wasser werden auch basische Mineralien wie Magnesium, Kalium und Kalzium ausgeschwemmt. Der Säure-Basen-Haushalt wird in den sauren Bereich verschoben. Das Blut wird dickflüssiger – mit der Folge, dass die Fließfähigkeit nachlässt.
Die Bewegung
Ein ausgeglichenes Training hilft dem gesamten Organismus. Das Herz-Kreislauf-System, das Binde- und Stützgewebe, die Haut und die Lungen werden bei angemessener körperlicher Bewegung angeregt und gestärkt. Auch der Darm ist in seiner Funktionsfähigkeit von körperlicher Betätigung abhängig. Bei Bewegung wird Kohlensäure über die Lunge ausgeatmet. Wurden ausreichend Basen über die Kost aufgenommen, stehen sie jederzeit zur Verfügung, die Plätze der ausgeatmeten Säuren zu besetzen.
Auch der Abtransport der Milchsäure (Laktat) aus der Muskulatur wird beschleunigt. Daher ist es empfehlenswert, vor körperlicher Betätigung basische Lebensmittel zu essen, um einen ausreichenden Vorrat anzulegen.
Schwitzen ist außerdem auch eine wertvolle körpereigene Fähigkeit, Giftstoffe auszuleiten. Mit dem Schweiß werden Schlackenstoffe abgegeben, die Haut wird gereinigt und erhält, Dank der vermehrten Durchblutung, ein besseres Aussehen. Wird jedoch das Training übertrieben und der Körper dadurch überlastet, dann ist das Puffersystem bald überfordert und es kommt zu lokalen Übersäuerungszuständen, die sich als Muskelschmerzen oder Krämpfe bemerkbar macht.
Die Lebensweise
Es ist wichtig, unseren Körper und unsere Seele als Ganzes zu sehen. Nur so kann ein Gleichgewicht hergestellt werden, bei dem eine Säure-Basen-Balance eintreten kann. Seelische Hochspannung vergiftet, im wahrsten Sinne des Wortes, den Organismus – sie lässt ihn sauer werden! Nicht nur, weil wir innerlich übersäuern, sondern auch, weil wir dazu neigen, uns in stressigen Zeiten schlechter zu ernähren und je nach Typ weniger oder zu viel essen. Wir muntern uns in solchen Situationen mit Seelentröstern wie Süßigkeiten, Alkohol und Zigaretten auf und verstärken unser Leid mit Mangel- oder Fehlernährung.
Der tägliche Stress beeinflusst unsere Säure-Basen-Balance massiv, weil mehr basenbildende Mineralstoffe vom Körper verbraucht werden.
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