Immunsystem in Zeiten von Corona – Teil 2

G-BOMBS: Diese Lebensmittel haben's in sich!

Im letzten Blogbeitrag haben wir die Grundlagen unseres Immunsystems kennengelernt. Wir wissen nun, wie höchst Komplex dieses System ist und auf welche Art es uns vor unerwünschten Eindringlingen schützt.

Wir haben auch erfahren, dass besonders in schwierigen Zeiten, wie wir sie jetzt gerade erleben, unser Immunsystem darüber entscheiden kann, ob wir krank werden, oder nicht. Heute geht es darum, was wir selbst tun können, um aktiv unsere Abwehrkräfte zu unterstützten. Und der erste und wichtigste Schritt dafür, ist die Ernährung.
Sie ist die Grundlage für ein funktionierendes Abwehrsystem und ist noch weit vor jeder „Abstandsregelung“, die aller wichtigste Maßnahme, um uns vor Viren, Bakterien und Parasiten zu schützen. Sie ist die beste Vorsorgeversicherung, Krankheitsvermeiderin und Gesundhalterin.

Was genau sind G-BOMBS?
Einer der gesündesten Lebensmittel für Dich und Dein Immunsystem sind die sogenannten G-BOMBS oder GBZPBS: Greens (Grünes Gemüse), Beans (Bohnen), Onions (Zwiebeln), Mushrooms (Pilze), Berries (Beeren) und Seeds (Samen). G-BOMBS enthalten Unmengen an wichtigen Nährstoffen, die essenziell für unsere Abwehrkraft sind.

Greens (Grünes Gemüse):

Grünzeug, wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Blattkohl und Wiesenkräuter sind vollgepackt mit wichtigen Phytonährstoffen, die Dein Immunsystem braucht, um optimal zu funktionieren. Grünes Gemüse ist reich an Folsäure, Calcium und Antioxidantien, wie Lutein und Zeaxanthin. Folsäure ist besonders wichtig, um Antikörper zu produzieren, die unerwünschte Eindringlinge unschädlich machen und töten sollen. Außerdem hat grünes Gemüse seine kräftige Farbe dem Chlorophyll (grüner Pflanzenfarbstoff) zu verdanken. Schaut man sich die chemische Struktur des Chlorophylls an, so sieht man, dass es fast gleich aufgebaut ist, wie unser roter Blutfarbstoff Hämoglobin. Das Chlorophyll übernimmt also in unserem Körper die Aufgabe, das Blut zu reinigen. Grünes Gemüse lässt sich super leicht verarbeiten: Als Smoothie, im Salat, gedünstet oder leicht angebraten passt es hervorragend zu jeder Speise.

Beans (Bohnen)

Bohnen, Linsen und Hülsenfrüchte liefern große Mengen an Ballaststoffen und resistenter Stärke (das sind Kohlenhydrate, die durch die Verdauung nicht gespalten werden können), die die Nahrungsgrundlage unserer guten Darmbakterien sind. Die Nährstoffe der Hülsenfrüchte helfen uns das Mikrobiom im Darm zu verbessern und das wiederum ist der Sitz unseres Immunsystems. Nachdem unser Mikrobiom 10x mehr Bakterien besitz, als der Mensch Körperzellen hat, ist es ganz klar, welch große Bedeutung unseren Mitbewohnern im Darm zugeschrieben werden muss. Hülsenfrüchte lassen sich herrlich zu Aufstrich oder Saucen verarbeite. Sie schmecken himmlisch gekocht im Salat, oder in Suppen.

Onions (Zwiebeln)

Zwiebeln, die gemeinsam mit Knoblauch, Schalotten, Frühlingszwiebeln, Lauch und Schnittlauch zu der Allium Familie zählen, liefern große Mengen an organischen Schwefelverbindungen. Diese Komponenten sind bekannt für ihre immunstärkenden Eigenschaften und entfalten sich besonders beim Schneiden, Hacken oder Quetschen. Jeder kennt es, wenn einem beim Zwiebelschneiden die Tränen runterkullern. Jetzt weißt Du, dass das etwas ganz Tolles ist 😊 Zwiebeln enthalten außerdem Querzetin, einen Stoff, der in der Lage ist Bakterien zu bekämpfen und zusätzlich präbiotische Eigenschaften besitzt. Er stellt also das Futter für die guten Darmbakterien in unserem Verdauungstrakt dar. Zwiebeln und Knoblauch sollten nicht nur wegen ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften in keiner Küche fehlen, sie sind auch super Geschmacksgeber und verfeinern jede Speise!

Mushrooms (Pilze)

Pilze sind ein kleines Meisterwerk der Natur. Sie zählen weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren, sondern stellen eine ganz eigene Kategorie dar. Sie sind Mittelpunkt vieler Studien auf Grund ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften. Es gibt mittlerweile unzählige wissenschaftliche Beweise, dass Pilze einen großen Einfluss auf unser Immunsystem haben. Sogar die Krebsforschung ist dabei, etwaige Therapiemöglichkeiten zu untersuchen. Zusätzlich haben Pilze die Fähigkeit, das immunstabilisierende Immunglobolin A (IgA) zu erhöhen und dadurch den Körper vor einem Angriff von außen zu schützen.

Bei Pilzen ist es wichtig, sie gekocht zu verzehren, da sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig ist, wie wir auf spezielle Pilzinhaltsstoffe im rohen Zustand reagieren. Sie schmecken köstlich in Nudelgerichten, im Salat, als Suppeneinlage oder aber auch als „Fleischersatz“.

Berries (Beeren)

Beeren aller Art, so wie Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Ribiseln oder Stachelbeeren sind reich an Phytochemikalien und Vitaminen, die alle einen enormen Einfluss auf unsere Abwehrkraft haben. Die Heidelbeere z.B. enthält große Mengen eines Stoffes namens „Pterostilben“, dass auf Grund seiner antioxidativen Fähigkeiten in der Lage ist, Entzündungen zu lindern und Krankheiten zu bekämpfen. Beeren passen hervorragend zu Frühstücksbrei, Smoothies, oder Obstsalat und lassen sich wunderbar zu selbstgemachtem Kompott oder Marmelade verarbeiten.

Seeds (Samen)

Samen und Nüsse, wie Chiasamen, Flohsamen, Leinsamen, Walnüsse, Haselnüsse oder Mandeln sind reich an Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E, Eisen, Zink und Calcium. Zink, das man v.a. in Kürbiskernen, Sesam oder Hanfsamen findet, spielt eine wichtige Rolle in unserer Immunfunktion. Es wird auch als „Türsteher des Immunsystems“ bezeichnet. Es ist Bestandteil von über 50 Enzymen, was wiederum bedeutet, dass Zink in unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Zink zählt zu den essenziellen Spurenelementen und muss mit der Nahrung zugeführt werden, da es vom Körper nicht selbst gebildet werden kann.

Samen und Nüsse passen hervorragend in Deine Frühstücksbowls, aber auch geröstet in Salate oder auch gemixt zum Binden von Saucen oder Aufstrichen.

 

G-BOMBS haben eine weitere Gemeinsamkeit: Sie alle enthalten unzählige basische Mineralstoffe und kommen deshalb auch in unseren Basenkuren häufig zum Einsatz.

 

Was manche vielleicht noch nicht wissen: Auch der Säure-Basen-Haushalt ist ausschlaggebend für ein funktionierendes Immunsystem. Eine saure Ernährung und starke Belastungen wie Stress, Angst, Wut oder Hilflosigkeit, schwächen unser Immunsystem. Durch Stress wird die Zahl der Abwehrzellen vermindert. Gleichzeitig hat ein Übermaß an Säuren einen ungünstigen Einfluss auf das vegetative Nervensystem, denn ein saures Milieu stimuliert den Sympathikus und versetzt den Körper in einen Zustand erhöhter Aktivität. Dieser Zustand ist auch bei Gefahr aktiv.

Ein Übermaß an Säuren im Organismus regt außerdem den Eiweißabbau an und damit auch den Abbau von Antikörpern und Immunglobulinen. Bei einer Übersäuerung stehen dem Immunsystem nicht mehr genügend Abwehrzellen zur Bekämpfung von Infekten zur Verfügung.

Ähnlich verhält es sich auch mit Enzymen. Damit sie einwandfrei funktionieren können, benötigen sie ein bestimmtes Milieu, häufig neutral oder leicht basisch. Enzyme sind die Katalysatoren von bestimmten chemischen Reaktionen und dadurch an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt. Wir sollten also gut darauf achten, ihnen die besten Rahmenbedingungen zu gewährleisten, damit sie einwandfrei funktionieren können.

Du siehst also: G-BOMBS sind Lebensmittel, die unsere Abwehrkraft besser unterstützen, als jedes Medikament.

Die Natur besitzt nämlich eine Intelligenz, von der wir zu zweifeln wagen, ob wir sie jemals ganz verstehen geschweige denn nachmachen können: Sie beherrscht das komplexe Zusammenspiel der einzelnen Nährstoffe auf allerhöchstem Niveau und ist dadurch in der Lage die Wirkung der Inhaltsstoffe synergistisch zu erhöhen. Falls Du unser natürliches Antibiotikum noch nicht kennst: Hier siehst Du, wie wunderbar sich die einzelnen Inhaltsstoffe gegenseitig unterstützen!

Im nächsten Blogbeitrag werden wir noch eine Stufe tiefer gehen und spezielle Nährstoffe genau unter die Lupe nehmen, um zu verstehen welche Aufgaben sie in unserem Immunsystem übernehmen.