Superfood – “Do it yourself”!

Das Wort „Superfood“ ist gerade in aller Munde. Die Lebensmittel- und Werbeindustrie schlachtet dieses Thema im Moment komplett aus und nützt die gesundheitliche Wirkung dieser Lebensmittel für finanzielle Vorteile. Niemand denkt aber daran, dass wir auch heimische Superfoods haben und sogar aus einem normalen Getreidekorn zu Hause ein Superkorn machen können.

Wie? Es geht ganz einfach!

Ein Superfood zeichnet sich durch einen hohen Nährstoffanteil aus, der besonders positiv auf unsere Gesundheit wirkt. Chiasamen sind in diesem Zusammenhang immer ein gutes Beispiel: Sie brillieren mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Antioxidantien und Calcium. Am besten wächst die anspruchsvolle Pflanze in Südamerika und Australien und muss deshalb einen unheimlich langen Weg zurücklegen, um in unseren Breiten zu landen. Nur die wenigsten wissen, dass der heimische Leinsamen dem Chiasamen um nichts nachsteht. Ganz im Gegenteil: Er besticht durch seinen hohen Ballaststoffanteil und weist noch dazu große Mengen an Magnesium auf. Wer aus dem ohnehin schon sehr hochwertigen Leinsamen ein ultimatives „Super-Mega-Power-Hyper-Space-Food“ machen will, der lässt ihn einfach KEIMEN!

Dafür braucht man weder irgendwelche Geräte, noch spezielle Räume oder Umgebungen. Keimen kann jeder, ganz einfach und bequem von Zuhause aus. Wie das genau funktioniert zeigen wir Euch später.

Davor wollen wir erst mal ein bisschen in die Botanik eintauchen und erklären, was beim Keimen mit der Pflanze passiert.

Als Keimung bezeichnet man den Beginn der Entwicklung des Samens. D.h. der im Samen befindliche Embryo wartet also mit voller Energie und Kraft auf den Tag, an dem aus ihm wieder neues Leben entstehen soll. Dabei entwickelt er unheimlich viele Vitalstoffe, um später zur fertigen Pflanze zu werden. Zu diesen Vitalstoffen zählen Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die alle denselben Nutzen haben: Sie unterstützen unsere Gesundheit!

Die Frage ist nun: Was lässt sich denn alles keimen? Theoretisch kann man jeden lebenden Samen keimen lassen. Ganz besonders bewährt haben sich in unseren Breiten aber folgende Lebensmittel: Nüsse, Getreide und Hülsenfrüchte.

Hier ein paar Beispiele:

  • Linsensprossen: Schmecken besonders gut. Sie versorgen uns mit Vitamin E, C, Phosphor und Eisen.
  • Die Sprossen der grünen, kleinen Sojabohne liefern viel Calcium für die Knochen, Phosphor fürs Gehirn und Eisen fürs Blut. Aber auch Vitamin A und C.
  • Kichererbsen als Sprossen haben reichlich Magnesium, Kalium, die Vitamine D und E.
  • Kresse-Sprossen liefern Jod und Vitamin C, stärken die gesunde Schilddrüse.
  • Die Keimlinge von Sonnenblumenkernen liefern uns Zink und Vitamin E für unsere Immunkraft.
  • Weizenkeime: Sie liefern uns die wertvollen B-Vitamine sowie Magnesium und stärken unsere Nerven.
  • Kürbiskern-Sprossen haben reichlich ungesättigte Fettsäuren, die Herz und Kreislauf stärken.
  • Leinsamensprossen weisen einen hohen Ballaststoffanteil auf, unterstützen dadurch unseren Verdauungstrakt und liefern uns hochwertige Fettsäuren.
  • So wie Buchweizen-, Grünkern-,

An Hand von Leinsamen wollen wir Dir nun erklären, wie Du daraus ganz einfach Dein eigenes Superfood machst:

Was Du dafür brauchst:

  1. 2 EL Bio Leinsamen (ganz)
  2. 2 Schüsseln
  3. 1 Sieb
  4. Wasser
  5. Küchenpapier

 

Zu Beginn gib die Leinsamen einfach in eine kleine Schüssel mit Wasser, sodass sie richtig schwimmen. Lass sie 2-3 Stunden einweichen.

Anschließend nimm die zweite Schüssel, setze das Sieb darauf und lege eine Schichte Küchenpapier darauf. Jetzt kannst Du die gequollenen Samen gleichmäßig und dünn auf dem Krepp verstreichen.

Ab nun kannst Du die Samen 2x am Tag mit etwas Wasser gießen, sodass sie immer feucht bleiben.

Am ersten Tag wirst Du sehen, dass der Samen eine Schleimschichte bildet und bereits anfängt zu Keimen. Er bildet ein sichtbares, weißes Köpfchen, aus dem in weiterer Folge ein Spross entsteht.

Du kannst den gekeimten Samen bereits ab dem dritten Tag essen. In diesem Stadium passt er aufgrund seines nussigen Geschmacks hervorragend zu Müslis. Wenn Du etwas Geduld hast, dann kannst Du ihn auch 10-12 Tage keimen lassen, bis richtige Halme entstehen, die jeden Salat aufwerten.

 

Du wirst sehen, es ist ganz einfach, schmeckt himmlisch und ist eine absolute Vitalstoffbombe!!