Nase zuhalten, es geht um Blähungen!

Bei diesem Thema können wir froh sein, dass es noch kein „RIECH-Internet“ gibt 😊

Es ist aber ein ganz besonders wichtiges Thema, denn es gibt wahrscheinlich keinen einzigen Menschen auf der Welt, der nicht versteht was hier gemeint ist.

Und weil wir der Meinung sind: Es gibt keine Tabu-Themen, dreht sich im heutigen Beitrag alles um den Darmwind.

Sehr viele Menschen haben überhaupt keine Probleme, was die Verdauung betrifft – egal, was sie essen – sie sin im Besitz eines „Saumagens“. Andere hingegen haben es da etwas schwieriger und tendieren schon nach kleinen Mengen bestimmter Nahrungsmittel mit einem Völlegefühl, oder Blähungen.

Ständige Blähungen sind bekanntlich die Folge von Gasbildung im Darm. Das ist an sich überhaupt nichts Ungewöhnliches, denn entstehende Gase werden normalerweise problemlos vom Organismus absorbiert und über die Lunge wieder ausgeschieden.

Kommt es allerdings zu Blähungen, dann ist die Gasbildung zu hoch und der Körper kann sie nicht mehr eliminieren. Stattdessen müssen die Gase jetzt in Form von Blähungen über den Darmausgang ausgeleitet.

Da die Darmflora unter anderem an der ordnungsgemäßen Verwertung und Verdauung der Nahrung beteiligt ist, führt ein dort herrschendes Ungleichgewicht (worauf die Blähungen hinweisen) zu einer mangelhaften Verdauung und daraufhin natürlich auch zu einer schlechten Versorgung des Organismus mit Nähr- und Vitalstoffen, was wiederum eine Vielzahl negativer Auswirkungen haben kann.

Blähungen können außerdem ein Warnsignal dafür sein, dass die Abwehrkraft des Körpers gerade geschwächt ist. Der Großteil unseres Immunsystems sitzt nämlich im Darm. Ist die Darmflora gestört, werden die Abwehrmöglichkeiten des Organismus gegen eindringende pathogene Keime deutlich reduziert.

Aber wodurch werden Blähungen überhaupt ausgelöst?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Ungesunde Ernährung

Weizenmehl, ein hoher Zuckerkonsum, zu viele tierische Eiweiße, spätes oder nächtliches Essen, hastiges Essen, mangelndes Kauen oder Alkohol können Blähungen verursachen. Durch all diese Faktoren können die Darmbakterien ins Ungleichgewicht gebracht werden und Gase bilden.

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Gibt es bestehende Unverträglichkeiten, können die Lebensmittel nicht ordnungsgemäß verdaut werden und es entstehen wiederum Gase. Diese Unverträglichkeiten können relativ unkompliziert beim Hausarzt abgeklärt werden.

  • Blähungen durch Medikamente

Arzneimittel, v.a. Antibiotika, aber auch Antidiabetika oder manche Schmerzmittel haben einen großen Einfluss auf unsere Darmflora und können die guten Darmbakterien schädigen. Deshalb sollte im Zuge einer medikamentösen Behandlung immer auch gleichzeitig eine Darmsanierung in Erwägung gezogen werden.

  • Stress

Auch psychische Belastungen, wie Stress, können Blähungen verursachen.

  • Bereits bestehende Darmerkrankungen

Starke, chronische Blähungen können ein Hinweis auf bereits bestehende Darmerkrankungen, wie Reiz-Darm-Syndrom, oder Gastritis sein.

Was kann man nun als Betroffener tun?

  • Beobachte Dich!
  • Probiere Stress so gut es geht zu vermeiden
  • Achte auf eine abwechslungsreiche, basenüberschüssige Ernährung – Gemüse, Vollkorngetreide, Früchte, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte sind reich an Ballaststoffen und liefern alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe.
  • Trinke nicht zu den Mahlzeiten, denn dadurch lässt sich vermeiden, dass die Verdauungssäfte verdünnt werden und der Speisebrei nicht ausreichend verdaut wird.
  • Beobachte nach welchen Mahlzeiten Du Blähungen bekommst.
  • Falls Du denkst, die Blähungen könnten durch eine Unverträglichkeit kommen, lass es einfach beim Hausarzt abklären.

 

Das wichtigste Zauberwort bei diesem Thema aber lautet: BALLASTSTOFFE!

Ballaststoffe (siehe https://www.basenbox.at/blog/vitamine-mineralstoffe-ballaststoffe/) sind nichtverdauliche Pflanzenfasern, die aber wichtige Funktionen im Verdauungsvorgang erfüllen, Nahrung für unsere Darmbakterien darstellen und großen Einfluss auf die Stoffwechselaktivität haben.

Die tägliche Ballaststoffzufuhr eines Erwachsenen sollte laut WHO bei 30g/ Tag liegen. Die Realität schaut allerdings ganz anders aus: aus dem österreichische Ernährungsbericht 2012 geht hervor, dass Herr und Frau Österreicher weit darunter liegen (< 20g/Tag). Das scheint auf den ersten Blick gar nicht so schlimm zu sein, wenn man es aber aus ernährungsphysiologischer Sicht betrachtet, sollte es uns zum Nachdenken bringen.

Wie schon erwähnt, stellen Ballaststoffe (neben anderen Funktionen) die Nahrung für unsere guten Darmbakterien dar. Jeder einzelne von uns hat seine individuelle Darmflora, je nachdem was wir essen, mit welchen Menschen/Tieren wir uns umgeben, wo wir wohnen, welchen Umwelteinflüssen wir ausgesetzt sind usw. Das Grundgerüst ist aber bei allen ungefähr gleich. Und genau um diese guten Bakterien sollten wir uns ganz besonders „liebevoll“ kümmern, denn ihr Aufnahme steht in engem Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ2, Übergewicht, Verdauungsproblemen, Zügellosigkeit und Krebs.

Schauen wir uns mal unsere Vorfahren an: Sie ernährten sich hauptsächlich von Pflanzen und hatten damit automatisch eine hohe Ballaststoffzufuhr. Ihre Ernährung beinhaltete große Mengen an Grünpflanzen, Obst, Samen und Nüssen. Durch das Aufkommen der Nutztierhaltung und der Landwirtschaft vor ca. 10.000 Jahren änderte sich die Ernährungsweise sehr schnell. Trotzdem bestand die menschliche Ernährung bis zur industriellen Revolution hauptsächlich aus unraffiniertem Getreide, Gemüse und dadurch einem hohen Ballaststoffanteil.

Außerdem sorgte die Lebensweise unserer Vorfahren für eine hohe physische Aktivität.

Dieser Lebensstil und somit auch die Ernährung änderten sich dramatisch mit dem Beginn der industriellen Revolution. Der Verarbeitungsgrad unserer Nahrung nahm in den letzten 200 Jahren stark zu und gleichzeitig reduzierte sich der Ballaststoffanteil um 2/3!!

Wir haben uns also langsam die Ballaststoffe „abtrainiert“.

Deshalb sollten wir darauf achten, unsere tägliche Ballaststoffaufnahme wieder zu steigern und genau darauf legen wir bei der Basenbox großen Wert!