Gluten – gesund oder ungesund?

Gluten hat in den letzten Jahren deutlich an Popularität verloren. Aber was ist dran an den Vorwürfen? Sollte man tatsächlich auf Gluten verzichten? Oder ist es unbedenklicher als gedacht?

Hat man vor 10 Jahren das Wort „Gluten“ in den Mund genommen, ist man mit großer Wahrscheinlichkeit mit entgeisterter Miene angeschaut worden. Woran liegt es also, dass Gluten in so kurzer Zeit zum „bad boy“ der Ernährung geworden ist?

Was ist Gluten eigentlich?

Gluten ist die Bezeichnung für spezielle Eiweißverbindungen in verschiedenen Getreidesorten. Große Mengen dieses sogenannten Klebereiweißes sind in Weizen, Roggen und Dinkel enthalten. Kleinere Mengen auch in Hafer, Gerste, Hartweizen, Einkorn, Emmer und Kamut. Vor allem beim Backen entfaltet das Kleberweiß seine volle Wirkung indem es für einen homogenen Teig sorgt. Diese Fähigkeit hat sich auch die Lebensmittelindustrie bei Fertigprodukten, aber auch bei der Bierherstellung und generell als Bindemittel zu Nutze gemacht. Seitan, ein Nahrungsmittel, das gerne als Fleischersatz verwendet wird, besteht zum Großteil aus Gluten.

Warum ist Gluten so in Verruf geraten?

Durch die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft wurde auch das Getreide im Laufe der Zeit stark verändert. Hybridisierung und Kreuzungen haben dazu geführt, dass sich das heutige Getreide stark von jenem unterscheidet, das die Menschen bis Mitte des 20. Jahrhunderts gegessen haben. Dies bietet eine Erklärung für den rapiden Anstieg von Gluten-Unverträglichkeit und Sensitivität gegenüber glutenhaltigen Speisen in der Bevölkerung.

Gluten-Unverträglichkeit

Während Zöliakie eine ernste Autoimmunerkrankung ist, bei der man lebenslang gänzlich auf sämtliche glutenhaltige Lebensmittel verzichten muss, da es ansonsten zu gravierenden Erkrankungen des Darms kommt, existieren auch weniger akute Formen von Gluten-Unverträglichkeit. Zöliakie kommt im Durchschnitt bei 1 % der Bevölkerung vor, das Spektrum an Gluten-Unverträglichkeiten ist hingegen sehr weit verbreitet. Der Verzehr von Gluten führt dabei zu einer Entzündungsreaktion im Darm, die sich in verschiedenen Symptomen äußern kann:

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Blähungen
  • Durchfall
  • verminderte Denkleistung
  • Gewichtszunahme
  • Erschöpfung
  • u.v.m.

Die durch Gluten hervorgerufene Entzündungsreaktion wird in letzter Zeit auch mit Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz und Autismus in Verbindung gebracht. Vor allem amerikanische Ärzte, wie Dr. Perlmutter oder Dr. Davis forschen zu diesem Thema.

Glutenfrei: Ja oder Nein?

Anhand der oben genannten Fakten spricht viel dafür, auf Gluten zu verzichten. Denn auch wenn sich nach dem Verzehr von Gluten keine Symptome zeigen, kann dennoch die beschriebene Entzündungsreaktion im Körper stattfinden.

Einfach mal ausprobieren

Die Diagnose einer Unverträglichkeit gestaltet sich häufig schwierig und diverse Tests liefern oft keine eindeutigen Ergebnisse. Deshalb ist es am besten, eine Art Selbsttest zu machen. Dabei verzichtet man für zirka 3 Wochen auf alle glutenhaltigen Lebensmittel und beobachtet, wie man sich fühlt.

Danach integriert man Gluten wieder vorsichtig in seinen Speiseplan. Treten nun wieder Symptome auf bzw. verschlechtert sich dadurch der Allgemeinzustand, ist es ratsam, Gluten künftig zu meiden.

Gluten auszuweichen, ist heutzutage nicht schwierig – es gibt viele Alternativen:

  • Quinoa­­
  • Amaranth
  • Buchweizen
  • Hirse
  • Teff
  • Mais
  • Kartoffeln
  • Süßkartoffeln
  • Reis
  • Yams
  • Kastanien
  • Tapioka / Maniok
  • Hülsenfrüchte
  • Soja
 
 

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